Wie gefährlich sind Nierensteine?

Nierensteine, ein Wohlstandsleiden – wie gefährlich sind sie?

Wie einst die Gicht als Krankheit der Reichen zählen in der heutigen Zeit Nierensteine zu den Wohlstandserkrankungen, hervorgerufen durch einem Lebensstil, bei dem überreichlich genossen und wenig für Ausgleich gesorgt wird. Damals folgte einem ausgiebigen Abendessen unweigerlich das „Zipperlein“, während sich heute unbemerkt Nierensteine bilden. Den wenigsten Menschen ist es bewusst, wie gefährlich eine solche Lebensweise für ihre Gesundheit ist. Am häufigsten leidet die Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen unter Nierensteinen. Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen.

Wie die Statistik sagt, bedrohen Nierensteine jeden 10. Deutschen

Dabei sind jene Menschen nicht mitgerechnet, die niemals Symptome verspüren. Kleine Nierensteine sind normalerweise nicht gefährlich. Solange sie sicher in den Nierenkelchen verbleiben, gibt es keine Probleme. Sie gehen meistens unbemerkt mit dem Urin ab und verursachen höchstens Symptome wie ein leichtes Ziehen. Gefährlich wird es, wenn sich ein größerer Nierenstein auf den Weg durch den Harnleiter zur Blase macht und an einem der natürlichen Engpässe stecken bleibt, wie am Übergang vom Nierenbecken zum Harnleiter. Die Schmerzen, die bei einer Nierenkolik auftreten, können es mit dem Wehenschmerz bei der Geburt aufnehmen. Glücklicherweise ebben die Symptome ab, sobald der Nierenstein abgegangen ist. Je nach Größe der Steine kann dies innerhalb weniger Minuten geschehen. Nierensteine mit einem Durchmesser von über 5 mm wandern oft stundenlang durch die Harnwege, bis sie endlich den Körper verlassen.

Nierensteine loswerden

Große Nierensteinen können gefährlich werden - mit ihnen ist nicht zu spaßen

Haben die Nierensteine eine Größe von 4 mm überschritten, wird es gefährlich. Sie dehnen den Harnleiter, stauen den Urin auf und lösen eine Nierenkolik mit all ihren Symptomen aus. Je nachdem, wie die Nierensteine entstanden sind, wie groß sie sind und wo innerhalb der Harnwege sie festsitzen, können große Steine massive Folgen verursachen. Wenn die abführenden Harngefäße und das Nierenbecken gedehnt werden, kommt es zur Hydronephrose, in ihrer Extrementwicklung auch Wassersackniere genannt. Besonders gefährlich und vor allem lebensbedrohlich ist das akute Nierenversagen bis hin zum Verlust der Niere.

 

Wie gefährlich ist es, Nierensteine unbehandelt zu lassen?

 

Wenn es aufgrund unbehandelter Nierensteine zum Harnstau gekommen ist und Bakterien in den Harnwegen hochwandern, wird es extrem gefährlich. Es kann zu einem Infekt des Nierenbeckens oder der Nieren kommen, der die Nieren in ihrer Funktion einschränkt. Dieser Zustand ist für den Patienten lebensbedrohlich.

 

Können Nierensteine die Niere dauerhaft schädigen?

 

Die Giftstoffe, die eigentlich mit dem Urin ausgeschieden werden sollen, können sich im Blut anreichern und zu einer Urämie führen. Eine solche Harnvergiftung schädigt nicht nur das Nierengewebe, sondern ist für alle Körpersysteme gefährlich. Hält dieser Zustand zu lange an, verkleinert sich die Niere zur Schrumpfniere, und es droht chronisches Nierenversagen. Ebenso gefährlich ist es, wenn aufgrund eines akuten Harnstaus der Druck zu Rissen im Nierenbecken führt, durch die Urin in die Bauchhöhle gelangen kann. Um solche Komplikationen zu vermeiden, werden sehr große Steine, die bereits die Hohlräume in der Niere ausfüllen, operativ entfernt. Konservative Mittel wie verstärktes Trinken, Stoßwellen oder Zertrümmern durch Lasertherapie reichen in solchen Fällen nicht aus. Da Nierensteine dazu tendieren, sich neu zu bilden, empfiehlt es sich für gefährdete Patienten, die Ursache für das Entstehen ihrer Nierensteine untersuchen zu lassen, um durch geeignete Maßnahmen dieser Tendenz entgegenzuwirken.


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