Nierensteine zertrümmern

Zertrümmern von Nierensteinen sorgt zuverlässig für Schmerzfreiheit

Kleinere Nierensteine und sogenannter Nierengrieß gehen in vielen Fällen von alleine ab, sodass keine gesonderte Behandlung erforderlich ist. Nierensteine in allen Größen und chemischen Zusammensetzungen können jedoch langfristig Schäden an Nieren und ableitenden Harnwegen sowie auch einen Harnstau verursachen. Dann ist das Zertrümmern von Nierensteinen eine absolute Indikation. Die Lage von Nierensteinen und der Krankheitsverlauf sollten engmaschig kontrolliert werden, außerdem sollte sichergestellt sein, dass es keinen Anhalt für einen Infekt der ableitenden Harnwege oder der Nieren selbst gibt. Auch Nierensteine, die sich bereits im Harnleiter befinden, können bei entsprechender Indikation zertrümmert werden.

Zertrümmern der Nierensteine bei etwa 10 % aller Patienten erforderlich

Patienten, welche ihre Nierensteine zertrümmern lassen müssen, leiden oft an größeren Steinen. Alle Maßnahmen, auch tiefer sitzende Nierensteine zum spontanen Abgang zu bewegen, sind dann schon gescheitert. Hat also ein Nierenstein eine entsprechende Größe erreicht, sind Maßnahmen wie entkrampfende Medikamente, Schmerzmittel, Antibiotika oder vermehrte Flüssigkeitszufuhr meist wirkungslos und es bleibt als therapeutische Maßnahme nur das Zertrümmern der Nierensteine. Es hat sich gezeigt, dass etwa 90 % aller Nierensteine spontan wieder abgehen. Das Zertrümmern der Nierensteine in Praxis oder Klinik ist also etwa bei 10 % aller Patienten angezeigt. Es stehen hierbei verschiedene Verfahren für ein Zertrümmern von Nierensteinen zur Verfügung. Hierbei soll der Patient immer bestmöglich geschont werden, um keine gesunden Strukturen in den Nieren oder ableitenden Harnwegen zu verletzen.

Nierensteine loswerden

Die Stoßwellentherapie als häufigste Methode zum Zertrümmern der Nierensteine

Nach dem Zertrümmern von Nierensteinen sind diese dann so klein, dass sie mit dem Urin ganz von selbst aus den Harnwegen hinaus gespült werden können. Absolute, also vitale Indikationen zum Zertrümmern von Nierensteinen sind beispielsweise eine Nierenblockade, schmerzhafte Koliken, welche sich mit Schmerzmitteln oder entkrampfenden Medikamenten nicht zurückbilden, eine Blockade der Harnwege mit verminderter oder fehlender Urinausscheidung sowie fiebrige Harnwegsinfekte aufgrund von Nierensteinen. Das Zertrümmern der Nierensteine erfolgt in über 95 % der Fälle mit ESWL, der sogenannten Extrakorporalen Stoßwellen Lithotripsie. Bei diesem effizienten Verfahren wirken von außen, also durch die Haut und Muskelschichten, mechanische Stoßwellen derart und gezielt auf Nierensteine ein, das sie spontan in kleine und winzige Bruchstücke zerfallen. Die kleinen Bruchstücke finden dann meist ganz spontan über den Urin den Weg aus dem Körper hinaus, ohne dass es dann nochmals zu schmerzhaften Nierenkoliken kommt.

Große, tief sitzende Nierensteine müssen in der Regel endoskopisch zertrümmert werden

Je nach Lage und Größe eines Nierensteins kann die Zertrümmerung auch über ein Endoskop durchgeführt werden, welches über die Blase in die ableitenden Harnwege bis zu den Nieren vorgeschoben werden kann. Über das Endoskop kann der Arzt dann verschiedene Instrumente an den Stein heranführen, um diesen endoskopisch zu entfernen. Auch das Einschieben einer Ultraschallsonde ist möglich, um damit einen Nierenstein erfolgreich zu zertrümmern. Bei sehr großen Nierensteinen ist die sogenannte Nephrolitholapaxie für eine erfolgreiche Zertrümmerung das Mittel der Wahl. Bei diesem Verfahren wird zunächst unter sterilen Bedingungen ein kleiner Hautschnitt im Flankenbereich gesetzt und anschließend das Endoskop direkt in die Niere eingeführt. Sodann wird der Nierenstein mithilfe von Ultraschallsonde oder Laser an Ort und Stelle zertrümmert. Die dann entstehenden kleinen Bruchstücke können bei dieser Methode unmittelbar aus der Niere herausgesaugt werden. Endoskopische Eingriffe mit Zertrümmerung von großen Nierensteinen können ambulant oder teilstationär unter Narkose durchgeführt werden.


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