Nierensteine selbst entfernen

Nierensteine sind weit verbreitet. Betroffen von dieser Erkrankung sind vor allem Männer, aber auch Frauen bleiben von den schmerzhaften "Quälgeistern" nicht verschont. Wenn auch Sie "steinreich" sind, muss das nicht gleich zwangsläufig eine OP bedeuten. Sie können zunächst versuchen, die Nierensteine selbst zu entfernen.

Nierensteine selbst entfernen - Voraussetzungen

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Nierenstein entdeckt wird, desto größer ist die Chance, dass er sich auch ohne operativen Eingriff entfernen lässt. Im Anfangsstadium sind die Nierensteine meist noch recht klein und werden - mit oder ohne konventionelle Maßnahmen - beim Harnlassen meist von selbst wieder ausgeschieden. Ist der Stein allerdings schon größer als acht Millimeter, können Sie ihn nicht ohne fremde Hilfe entfernen und sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das gleiche gilt bei schmerzhaften Koliken, Harnstau oder wenn zusätzlich Fieber auftritt.

Wichtig: Um eventuelle Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie sich beim Versuch Ihre Nierensteine selbst zu entfernen, immer von einem Mediziner überwachen und begleiten lassen.

Wie können Sie Nierensteine selbst entfernen?

Nierensteine lassen sich oft mit den einfachsten Mitteln entfernen. Oberstes Gebot bei der Nierensteinbehandlung ist es, dass Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Viel Flüssigkeit spült die Nieren gut durch, was zumeist zu einer Ausschwemmung des Steines führt und die Bildung weiterer Steine verhindert. Empfehlenswert sind etwa drei Liter Flüssigkeit (natriumarmes Wasser, ungezuckerte Früchtetees oder verdünnte Fruchtsäfte) pro Tag. Nicht geeignete Getränke sind kohlensäurehältige Limonaden, Bier, Kaffee oder Getränke, die Tein (z. B. Schwarztee) enthalten. Kleiner Tipp: Wenn Sie merken, dass der Harndrang steigt, sollten Sie dem Druck nicht sofort nachgeben. Gehen Sie erst dann auf das WC, wenn Sie den Urindruck nicht mehr aushalten. Durch die Kombination des hohen Harndrucks und der großen Menge an Urin wird der Stein dann häufig von selbst ausgeschwemmt.

Nierensteine loswerden

Es klingt vielleicht eigenartig, begünstigt aber ebenfalls den Abgang des Nierensteins: Machen Sie viel Bewegung. Ob Sie nun Hüpfen, Treppensteigen oder Joggen - durch körperliche Aktivitäten kann sich der Stein aus den Nieren lösen und mit dem Harn abgehen.

Falls die Nierensteine (leichte!) Schmerzen verursachen und Sie sicher sind, dass es keine Nierenkolik ist, kann eine lokale Wärmebehandlung die Schmerzen lindern. Gut dazu geeignet sind z. B. eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen, warme Umschläge, aber auch ein angenehm temperiertes Vollbad. All diese Anwendungen beruhigen die Nieren und begünstigen die Ausscheidung des Nierensteins. Absolutes Tabu ist Kälte in jeglicher Form, da diese auch bei winzig kleinen Nierensteinen zu Koliken führen kann.

Mit der "Steindiät" Nierensteine selbst entfernen

Wenn Sie Nierensteine selbst entfernen wollen, kann auch eine kurz- oder langfristige Ernährungsumstellung mit der "Steindiät" hilfreich sein. Nierensteine bestehen überwiegend aus dem Stoff Kalziumoxalat. Oxalat kommt vor allem in Fleischprodukten und Innereien vor, die den Harn ansäuern und die Steinbildung fördern. In geringerer Menge befindet sich Oxalat aber auch in Milch sowie Milchprodukten. Auf diese Lebensmittel müssen Sie zwar nicht ganz verzichten, aber Sie sollten sie in der "steinreichen" Zeit nur in Maßen genießen. Genauso ähnlich verhält es sich übrigens mit einigen Gemüsesorten, wie z. B. mit Spinat oder Tomaten, die ebenfalls im Verdacht stehen, Nierensteine zu fördern. Und auch mit Salz sollten Sie sparsam umgehen. Geeignet bei Nierensteinen ist dagegen die sogenannte basische Ernährung, da diese den Harn entsäuert. Basische Nahrungsmittel sind beispielsweise Obst, Gemüse, Bohnen, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte.

Wenn Sie all diese einfachen, aber dennoch effizienten Maßnahmen beherzigen, kann es Ihnen gelingen, Ihre Nierensteine selbst zu entfernen und eine OP zu umgehen.


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