Nierensteine bei Männern

Ungefähr fünf Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben unter Nierensteinen. Bei Männern treten sie jedoch insgesamt doppelt so häufig auf wie bei Frauen. Die chemische Zusammensetzung dabei ist nicht immer einheitlich und hängt von der Zusammensetzung des Urins ab.

Erklärung: Was sind Nierensteine eigentlich?

Nierensteine sind Feststoffausfällungen aus dem Urin. Meist handelt es sich um Kalziumsalze wie Kalziumoxalat (65 Prozent) oder Kalziumphosphat (9 Prozent). Des Weiteren gibt es auch Uratsteine (15 Prozent) aus Harnsäure, Magnesiumammoniumphosphatsteine (11 Prozent) nach Infektionen und in seltenen Fällen auch Cysteinsteine oder Xanthinsteine. Die Häufigkeit der Ablagerungen bei Männern beruht wahrscheinlich auf deren Ernährungsgewohnheiten und häufigerem Alkoholgenuss.

Ursachen für Nierensteine bei Männern

Nierensteine sind Konkremente, die nach Überschreitung des Löslichkeitsprodukts bestimmter Ionenverbindungen oder anderer Stoffe aus dem Urin ausfallen. Kalziumsalze fallen hauptsächlich durch Flüssigkeitsmangel und Uratsteine durch eine zu hohe Harnsäurekonzentration aus. Flüssigkeitsmangel kann durch starkes Schwitzen bei zu geringem Flüssigkeitsausgleich, unzureichender Flüssigkeitszufuhr oder starkem Flüssigkeitsverlust durch den Genuss von Alkohol oder Koffein hervorgerufen werden. Des Weiteren führt ein zu hoher Fleischgenuss infolge der verstärkten Zufuhr von Purinen zu einer hohen Harnsäurekonzentration im Urin. Die Bildung der steinigen Ablagerungen ist bei Männern aufgrund ihres statistisch erhöhten Fleisch- und Alkoholgenusses bevorzugt.

Nierensteine loswerden

Häufige Symptome

Nierensteine bleiben oft symptomlos. Nur ab einer Größe von ungefähr sechs Millimetern können Beschwerden auftreten. Dann können sie sich unter Umständen im Harnleiter an Engstellen festsetzen und dort zu Verletzungen, krampfartigen Muskelschmerzen (Nierenkoliken), Urinstau oder gar zu Nierenschädigungen führen. Das gilt bei Männern gleichermaßen wie auch bei Frauen.

Diagnose und Behandlung von Nierensteinen bei Männern

Beim Auftreten von Nierenkoliken und Blut im Urin stellt der Arzt zunächst eine Verdachtsdiagnose auf Nierensteine auf, die durch weitere Untersuchungen wie Ultraschalluntersuchungen, Röntgen oder Computertomografie bestätigt werden muss. Die chemische Zusammensetzung der Steine wird durch Blut- und Urinuntersuchungen sowie durch deren direkte spektroskopische Untersuchung bestimmt. Wurden die Ablagerungen diagnostiziert, legt der Arzt zunächst eine Strategie fest, wie sie wieder entfernt werden können. Dazu gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die sich nach der Zusammensetzung und Größe der Nierensteine sowie nach den auftretenden Beschwerden richtet.

Bei einem Zufallsbefund von Nierensteinen bei Männern ohne Beschwerden muss keine weitere Behandlung durchgeführt werden. Es reicht aus, den Männern eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr nahezulegen, um die Steine aus den Harnwegen zu spülen. Dieser Prozess kann durch Medikamente wie Tamsolusin und viel Bewegung wie beispielsweise Hüpfen nach dem Trinken unterstützt werden. Wenn die Harnsäurekonzentration im Blut zu hoch ist, hilft den Männern oft eine medikamentöse Verabreichung des Wirkstoffs Allupurinol, um diese zu senken und gleichzeitig Uratsteine aufzulösen. Zu große Nierensteine können auch durch eine berührungsfreie extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) mittels akustischen Druckwellen zertrümmert werden. Manchmal kann den Männern aber auch ein kleiner chirurgischer Eingriff nicht erspart werden. Dieser erfolgt entweder über die Einführung eines Endoskops in Harnröhre und Harnblase, Zerstörung der Ablagerungen und endoskopischem Abtransport der Nierensteintrümmer oder die endoskopische Entfernung der Nierensteine über einen kleinen Hautschnitt, der unterhalb der 12. Rippe gesetzt wird.

Vorbeugung von Nierensteinen unabhängig des Geschlechts

Nierensteine treten, wie bereits erwähnt, besonders bei Männern auf. Deshalb muss hauptsächlich bei Männern hinsichtlich der Ernährung ein Umdenken erfolgen. Denn ihnen kann erfolgreich durch viel Trinken, Verzicht auf Alkohol und maßvollen Genuss von Nahrungsmitteln, die viel Oxalat, Proteine oder Glukose enthalten wie Schokolade, Erdnüsse, Spargel, Rhabarber, Fleisch, Wurst oder Süßigkeiten vorgebeugt werden.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.