Nierensteine bei Frauen

Viele Frauen setzen das Gefühl, wenn sich ein Nierenstein in den Harnwegen befindet und nicht abfließen kann, mit der Geburt eines Kindes gleich. Glücklicherweise sind Frauen tendenziell seltener von Nierensteinen und den damit verbundenen Qualen betroffen als Männer. Wie die genauen Symptome bei Frauen aussehen und wie den schmerzhaften Konkrementen vorgebeugt werden kann, erfahren interessierte Frauen im nachfolgenden Beitrag.

Was genau sind Nierensteine?

Nierensteine werden von Ärzten auch als Ureter- und Harnleiterstein sowie als Nierenkonkrement bezeichnet. In der einschlägigen Fachliteratur werden Begriffe wie Nephrolithiasis oder Urolithiasis verwendet.
Die schmerzhaften Ablagerungen bilden sich aus Restbestandteilen des Urins. Im Normalfall sind sie im Harn gelöst und fließen einfach ab. Ist der Abfluss nicht möglich, kristallisieren sich die gesammelten Bestandteile. Die meisten Konkremente werden aus Kaliumsalzen gebildet. Nierensteine sind in der Regel so groß wie ein Reiskorn, können jedoch auch auf eine Größe von mehreren Zentimetern anwachsen oder sogar das ganze Nierenhohlsystem ausfüllen.
Laut den Statistiken wird jeder 25. Deutsche mindestens einmal in seinem Leben mit Harnleiter- oder Nierensteine konfrontiert. In der Regel neigen Männer häufiger zu den Nierenkonkrementen als Frauen.

Nierensteine: Die oft unbemerkten Symptome

Vor allem zu Beginn der Bildung von Nierenkonkrementen sind diese zu klein, um „erspürt“ werden zu können. Sie werden beim Wasserlassen einfach ausgespült und bleiben dadurch unauffällig. Häufig werden Nierensteine bei Frauen erst zufällig bei einer Routineuntersuchung mit Ultraschall entdeckt.
Problematisch wird es, wenn die Steine von den Nieren in den Harnleiter wandern und sich dort, bedingt durch ihre Größe, nur langsam fortbewegen. Diese grießartigen Kristalle werden von Medizinern dann als Harnleitersteine bezeichnet und können starke Schmerzen verursachen. Die Symptome sind dann heftige bis kolikartige Beschwerden, die sich bei Frauen sehr schnell bis zur Unerträglichkeit entwickeln können.
Die Symptome einer Nierenkolik sind folgende:

  • urplötzlich auftretende, starke und krampfartige Schmerzen, die je nach Lage der Nierensteine in weitere Körperregionen ausstrahlen können
  • Brechreiz, Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen und Stuhlgang können nicht mehr abgehen
  • häufiges Wasserlassen von nur kleinen Harnmengen und ein nicht zu unterdrückender Harndrang
  • oft befindet sich Blut im Urin, ausgelöst durch Verletzungen der Schleimhaut
  • betroffene Frauen fühlen sich unruhig
  • plötzliche Schweißausbrüche und Fieber
  • Schüttelfrost, Kollapsneigungen und Schmerzen beim Wasserlassen

 

Gelangen die abgehenden Nierensteine in die Harnblase, verschwindet die Nierenkolik und die damit verbundenen Symptome sehr schnell. Das kann je nach Größe des Steins wenige Minuten bis zu mehreren Tagen dauern.

Nierensteine loswerden

Die Behandlungsmöglichkeiten

Auch wenn die Nierensteine bei Frauen zunächst keine Beschwerden oder typischen Symptome aufweisen, können sie zu schwerwiegenden Komplikationen im Nierenbereich oder gar zu einem Nierenversagen führen. Nach dem Entdecken der Ablagerungen wird zunächst versucht mit einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr sowie körperlicher Bewegung die Nierensteine zum Abfluss zu bringen. Daneben sind für die jeweiligen Steinzusammensetzungen und Ursachen auch eine abgestimmte Diät oder Medikamente sinnvoll.
Sind erste Symptome schon aufgetreten, wird der Arzt die Nierenkolik mit schmerzstillenden Medikamenten und eine fortgeschrittene Infektion mit Antibiotika behandeln. Bei größeren Steinen oder weitreichenden Komplikationen kommen weitere Möglichkeiten der Nierensteinentfernung in Frage wie beispielsweise ein chirurgischer Eingriff.

Wie kann ich Nierensteine vorbeugen?

Die Gefahr, dass sich bei den bereits betroffenen Frauen immer wieder Ablagerungen von Kristallsalzen in den Nieren bilden, ist sehr hoch. Mit diversen Maßnahmen lässt sich die Bildung von Nierensteinen bei Frauen allerdings konsequent vorbeugen.
Eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von zwei bis drei Litern Wasser sowie eine salz- und eiweißarme, aber ballaststoffreiche Ernährung hemmen die Steinbildung bei Frauen drastisch. Wird darüber hinaus noch für ausreichend Bewegung und das Erhalten eines Normalgewichts gesorgt, lassen sich Nierensteine relativ einfach vermeiden.


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