Nierensteine behandeln

Nachfolgend erfahren Sie, was ein Nierenstein ist, wie dieser entsteht und welche Möglichkeiten bestehen, einen solchen Stein zu behandeln bzw. zu entfernen.

Bei Nierensteinen, medizinisch Nephrolithen genannt, handelt es sich um kristalline Ablagerungen, die im Nierenbeckenkelchsystem entstehen. Diese „Steine“ entstehen, wenn sich bestimmte Stoffe aus dem Harn im Bereich der Nierenbeckenkelche ablagern. Zunächst treten keine Beschwerden auf. Wächst der Stein jedoch, kann er die Harnwege nicht mehr passieren. Eine Ansammlung mehrerer Nierensteine wird umgangssprachlich als „Nierengrieß“ bezeichnet.

Viele Faktoren tragen zur Entstehung von Nierensteinen bei. Auch die Zusammensetzung der Nierensteine ist nicht in jedem Falle gleich. Viele der Stoffwechselprodukte, die zur Entstehung von Nierensteinen führen, sind jedoch noch weitgehend unbekannt. Auf molekularer Ebene kann eine erhöhte Konzentration schwerlöslicher Ionenverbindungen oder anderer Harnbestandteile festgestellt werden. Wird das sog. „Löslichkeitsprodukt“ überschritten, beginnen Salze auszufallen und Konglomerate zu bilden. Diese Zusammenschlüsse sind ab einer bestimmten Größe nicht mehr in der Lage, die Harnwege zu passieren.

Verschiedene Faktoren erhöhen den Anteil steinbildender Substanzen im Harn. Hierzu zählen beispielsweise Dehydration und Flüssigkeitsmangel. Auch Erkrankungen, die die Konzentration bestimmter Ionen oder Metabolite im Harn erhöhen, können zur Entstehung von Nierensteinen führen. Auch eine erhöhte Zufuhr von Purinen und bestimmte anatomische Besonderheiten der Niere erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nierensteinen.

Wie lassen sich Nierensteine behandeln?

Kleinere Nierensteine, welche weniger als 6 mm groß sind, müssen nicht zwingend behandelt werden, da eine große Chance besteht, dass sie die Passage über den Harnleiter zur Harnblase ohne ärztliches Eingreifen überwinden können. Bestehen die Steine ausschließlich aus Urat, Struvit oder Cystin, kann der Arzt sie in der Regel mit alkalisierenden Medikamenten behandeln. Ein Eingriff ist in diesem Falle nicht nötig.

In jedem Falle ist das Behandeln von Nierensteinen mit den Mitteln der modernen Medizin relativ problemlos möglich. Hierzu werden die folgenden Verfahren eingesetzt:

Perkutane Nephrolitholapaxie

Dieses Therapieverfahren wird vor allem eingesetzt, um größere Steine zu behandeln. Durch einen kleinen Hautschnitt wird ein Endoskop eingeführt. Über dieses Endoskop wird der Stein mit verschiedenen Verfahren zerkleinert. Die einzelnen Fragmente des Steins werden mit dem Harn ausgeschieden.

Nierensteine loswerden

Ureterorenoskopische Steinentfernung

Dieses Verfahren wird zur Behandlung von Harnleitersteinen eingesetzt. Ein dünnes Rohr, welches mit einem optischen Instrument ist, wird über die Harnröhre und die Blase bis in den Harnleiter geführt. Durch den Kanal des optischen Instruments können verschiedene Geräte eingeführt werden, mit Hilfe derer der Stein zerkleinert werden kann.

Schlingenextraktion

Da eine recht hohe Verletzungsgefahr besteht, wird die Schlingenextraktion heute nur noch in seltenen Ausnahmefällen eingesetzt. Der Arzt führt durch die Harnröhre eine Schlinge ein. Mit dieser versucht er, den Stein herauszuziehen.

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Die extrakorporale Stoßwellentherapie setzt auf Stoßwellen, um Nierensteine zu behandeln. Im Gegensatz zu den anderen Verfahren wird nicht invasiv gearbeitet. Der Patient begibt sich in eine spezielle Apparatur. Diese gibt starke Stoßwellen ab, welche die Nierensteine zertrümmern. Neue Modelle garantieren eine weitgehend schmerzfreie Behandlung. Das Verfahren wurde erstmals im Jahr 1980 eingesetzt. Die Nierensteine konnten in diesem Fall erfolgreich zertrümmert werden. Auch heute gehört das Verfahren, welches zumeist ambulant durchgeführt werden kann, zu den häufig eingesetzten Therapiemethoden.

Laserlithotripsie

Bei der Laserlithotripsie handelt es sich um eine moderne Methode, Nierensteine zu behandeln. Mit Hilfe von Laserstrahlen wird der Stein zertrümmert. Zunächst wird eine Quarzfaser zum Stein geführt. Durch diese Faser wird anschließend ein Laserimpuls „gesendet“, welcher den Stein zertrümmert.

Harnleiterscheine

Eine weitere Möglichkeit, Nierensteine zu behandeln, besteht in der Harnleiterschiene.

Ist es möglich, Nierensteine ganzheitlich oder naturheilkundlich zu behandeln?

Tatsächlich gibt es einige ganzheitliche Methoden, Nierensteine zu behandeln, die sich bewährt haben. Es ist jedoch auch möglich, bereits das Entstehen von Steinen auf ganzheitlichem Wege zu verhindern. Hierzu müssen einige grundsätzliche „Regeln“ eingehalten werden:
• viel Wasser trinken
• ausgewogen ernähren
• ausreichend Magnesium aufnehmen
• wenig Zucker konsumieren
• ausreichend bewegen


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