Nierensteine ausscheiden

Lassen sich Nierensteine ausscheiden? Die klare Antwort lautet: Ja, kleinere Steine und der körnige Nierengrieß werden von allein beim Wasserlassen ausgeschieden.

Nierensteine ausscheiden: Wie schmerzhaft ist das?

Die Schmerzen beim Ausscheiden hängen von der Größe der Nierensteine ab. Sie können heftig ausfallen, wenn die Nierensteine ihren Weg durch den Harnleiter hin zur Blase nehmen und die Patienten anschließend die Steine mit dem Urin ausscheiden. Der Harnleiter wird bei größeren Steinen überdehnt, das verursacht erhebliche Beschwerden. Es gibt aber auch Nierensteine, die im Nierenbecken oder in der Niere verbleiben und lange symptomlos sind. In anderen Fällen können Betroffene die Steine unbemerkt mit dem Urin ausscheiden. Die Schmerzen treten erst ab einer gewissen Größe auf. Die Kristalle bilden sich aus Stoffen im Urin und sind zunächst sehr klein, sodass sie als Grieß abgehen können. Die Größe hängt vom Material der Nierensteine ab: Es kann sich um Oxalat, Calcium, Calciumphosphat, Harnsäure, Cystin oder Magnesium-Ammonium-Phosphat handeln. Viele dieser Materialien bilden Nierengrieß, den Patienten unbemerkt ausscheiden. Doch auch Nierengrieß kann weiter anwachsen und einen Stein bilden. Von dessen Größe hängen die Schmerzen ab.

Nierensteine loswerden

Typische Anzeichen beim Ausscheiden der Nierensteine

Nierengrieß kann vollkommen schmerzfrei und sogar unbemerkt abgehen. Geringfügige Anzeichen zeigen sich als stechendes Gefühl beim Urinieren. Wenn die Steine größer sind, ist der Akt teilweise sehr schmerzhaft, darüber hinaus dauert er mehrere Minuten bis hin zu einigen Stunden. In dieser Zeit wandern die größeren Steine durch den Harnleiter bis zur Harnblase und von dort durch die Harnröhre. Sollte der Durchmesser der Nierensteine fünf Millimeter und mehr erreichen, wird das Ausscheiden durch die Harnwege äußerst schmerzhaft. Die typischen Symptome sind dann:

  • stechende und krampfartige Schmerzen (Nierenkoliken)
  • permanenter Harndrang
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blut im Urin
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Probleme beim Stuhlgang
  • Schweißausbrüche
  • starke Kreislaufprobleme

Symptomlose Nierensteine

So schmerzhaft das Ausscheiden auch ist - es ist besser als das Verbleiben der Steine im Nierenbecken oder in der Niere selbst. Dort verursachen sie zwar keine oder nur sehr geringe Symptome wie einen kleinen Druck, entdeckt werden sie erst im Rahmen von zufälligen Untersuchungen. Doch diese Steine sind gefährlich. Sie können relativ stark anwachsen und kleine Risse in der Niere und im Nierenbecken verursachen, durch die Bakterien eindringen und eine Nierenbeckenentzündung verursachen. Diese Infektion kann in der Konsequenz zu einer Schrumpfniere führen. Dabei wird immer mehr Nierengewebe abgebaut, bis die Niere ihre Funktion größtenteils oder vollständig einbüßt. Selbst eine Urosepsis kann sich bilden, wenn Patienten die Nierensteine nicht ausscheiden und diese auch nicht entdeckt werden. Hierbei gelangen Bakterien in den Blutkreislauf und verursachen eine Blutvergiftung. Sehr große Nierensteine können die Patienten nicht ausscheiden. Sie können den Harnleiter blockieren, der Urin fließt nicht mehr ab. Das kann die Niere schwer beschädigen und ebenfalls eine Urosepsis verursachen. Glücklicherweise können Betroffene rund 70 bis 80 Prozent der Nierensteine über die Harnwege ausscheiden. Unterstützen lässt sich der Vorgang durch viel Flüssigkeit. Wenn zu große Nierensteine entdeckt werden und sie der Patient nicht ausscheiden kann, wird der Arzt zu einer invasiven Maßnahme raten. Es kommen unter anderem die Stoßwellentherapie (ESWL) oder das Zertrümmern mit einer Punktionsnadel infrage. Dabei entstehen kleinere Nierensteine, die der Patient wiederum ausscheiden kann.


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