Nierensteine ambulant entfernen

Wenn sich Nierensteine nicht auflösen und ausgeschieden werden können, müssen sie entfernt werden, um einen Harnstau, Schmerzen und Koliken zu vermeiden. Hier erfahren Sie, wie die auch ambulant durchgeführt werden kann.

Wann muss ein Nierenstein wirklich ambulant entfernt werden?

Viele Nierensteine verursachen keine Beschwerden. Dabei handelt es sich um Steine, die weniger als zwei Millimeter groß sind. Diese passieren den Harnleiter ohne Probleme und gelangen in die Blase, von wo aus sie mit dem Urin den Körper verlassen.

Nierensteine ambulant mithilfe einer Stoßwellenlithotripsie entfernen

Die erste Möglichkeit, Nierensteine ambulant zu entfernen, ist die Stoßwellenlithotripsie. Hierbei werden die Steine durch Schallwellen zertrümmert, so dass die kleinen Teile durch den Urin ausgeschieden werden können. Dazu liegt der Patient auf einer Liege, entweder auf dem Bauch oder auf dem Rücken, und wird mit einer Schallsonde beschallt. Diese wird direkt auf die Haut aufgesetzt. Somit ist kein invasiver Eingriff notwendig, die Schallwellen zertrümmern die Steine von außen. Meistens ist die Therapie nach 30 bis 60 Minuten erfolgreich. Ob die Steine kleiner geworden sind, wird mit einer Röntgenaufnahme oder Ultraschall kontrolliert. Nierensteine von bis zu 2 cm Durchmesser können so erfolgreich ambulant entfernt werden. Durch die Weiterentwicklung der Geräte und steuerbaren Energiestufen können sogar fettleibige und minderjährige Patienten behandelt werden.
Gegen die Schmerzen können Schmerzmittel eingesetzt werden. Diese werden entweder lokal gespritzt, eingenommen oder intravenös gegeben. Es sind sowohl schwache als auch starke Schmerzmittel möglich. Eine Betäubung ist nicht notwendig.

Nierensteine loswerden

Nebenwirkungen und Risiken hat diese ambulante Therapieform sehr selten. Möglicherweise können die zertrümmerten Steine eine Harnleiterverengung oder einen Harnleiterverschluss verursachen. Dies kann durch eine Kontrolle der Größe der Steine und einen vorübergehend eingesetzten Katheder jedoch verhindert werden. Sehr selten kommt es zu einem Harnwegsinfekt, der anschließend mit Antibiotikum behandelt werden muss. Durch kleine Verletzungen in der Schleimhaut kann mehrere Tage nach dem ambulanten Eingriff Blut im Urin zu finden sein. Eine Nachbehandlung oder nachträgliches Entfernen ist nicht notwendig.

Nierensteine ambulant mithilfe einer Harnleiterspiegelung entfernen

Auch eine Harnleiterspiegelung kann ambulant durchgeführt werden. Dabei wird der Harnleiter lokal betäubt und eine Sonde eingeführt. Teilweise wird auch auf eine Vollnarkose zurückgegriffen. Der Stein bzw. die Steine werden zunächst mit einem Laser zertrümmert und anschließend mit einer Fasszange und einem Körbchen entfernt. Die vollständige Entfernung der Steine wird durch röntgen oder Ultraschall überprüft. Nach einer kurzen Regenerationszeit von einigen Stunden können die Patienten nach Hause. Nach einigen Tagen wird das Ergebnis nochmals kontrolliert. Nebenwirkungen und Risiken können nach einer ambulanten Harnleiterspiegelung auftreten, sind aber selten. Manchmal kommt es zu einem Harnwegsinfekt. Dieser wird mit Antibiotikum behandelt. Auch Blut im Urin durch kleine Verletzungen ist keine Seltenheit. Wenn der Patient Schmerzen hat oder die Blutungen stärker werden, muss erneut ein Arzt aufgesucht werden.

Was passiert nach dem ambulanten Entfernen der Nierensteine?
Die Steine werden nach dem Entfernen, wenn vorhanden, zur Analyse eingeschickt. So kann die Ursache der Entstehung der Nierensteine ermittelt werden. Generell ist wichtig, viel zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren, um eine erneute Bildung der Nierensteine zu verhindern.


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