Medikamente gegen Nierensteine

Größe und Beschaffenheit der Nierensteine ist entscheidend für die Wirksamkeit von Medikamenten

Welche Medikamente eine mögliche Zersetzung und ihre Ausschwemmung aus den Nieren über die Harnblase und den Harnleiter fördern und unterstützen, hängt hauptsächlich von ihrer Zusammensetzung und ihrer Größe ab. Gegen Nierensteine, die sich aus ausgefällten Kristallen von Säuren bilden wie Oxalat-, Zystin- und Harnsäuresteine (Uratsteine) versprechen Medikamente, die Salze der Zitronensäure (Zitrate) enthalten, die beste Wirkung. Sie führen zu einer Alkalisierung und damit zu einer Anhebung des pH-Wertes des Urins, weil das Zitrat zum Teil zu Bikarbonat verstoffwechselt wird. Derartige Medikamente wirken zumindest vorbeugend und verhindern ein weiteres Anwachsen evtl. vorhandener Nierensteine, die obiger Zusammensetzung entsprechen.

 

Nierensteine, die sich aus Phosphaten bilden, benötigen eine genau gegenteilige Behandlung. Wirksame Medikamente zur Behandlung von Phosphatsteinen wie Kalziumphosphat- und Struvitsteine sollten zu einer Ansäuerung des Urins führen, also zu einer Senkung des pH-Wertes. Allerdings müssen in diesen Fällen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten unbedingt beachtet werden. Ihre Wirkung kann deutlich verstärkt oder vermindert werden.

 

Weitere Medikamente wirken als Alphablocker oder als Schmerzmittel. Alphablocker entspannen die glatte Muskulatur, die beispielsweise die Harnröhre und die Prostata umschließt. Damit wird ihr Querschnitt ein wenig vergrößert und der Abgang von kleineren Nierensteinen über die Harnröhre erleichtert. Schmerzmittel sind erforderlich, wenn Nierensteine kolikartige Schmerzen verursachen.

Nierensteine loswerden

Welche Medikamente sind zur Behandlung der „sauren“ Nierensteine geeignet?

Für die Behandlung der Nierensteine, die sich im sauren Milieu bilden, kommen häufig Medikamente wie Blanel oder Allopurinol zum Einsatz. Blanel-Brausetabletten sind rezeptfrei erhältlich. Ihre Hauptwirkstoffe sind Citronensäure, Kaliumcitrat, Natriumhydrogencarbonat und Natriumcarbonat. Die Wirkung besteht in einer Alkalisierung des Urins (Erhöhung des pH-Wertes), so dass sich Nierensteine, die durch Ausfällung von Säuren entstehen, nicht mehr vergrößern und bestenfalls sogar auflösen. Die Brausetabletten sind bei schwerem Bluthochdruck und bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion nicht geeignet. Als unerwünschte Nebenwirkungen können Magen-Darm-Störungen, Übelkeit und Erbrechen verursacht werden. Allopurinol ist ein rezeptpflichtiges Gichtmittel in Tablettenform. Das Medikament senkt den Harnsäurespiegel durch Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase und ist unter ärztlicher Aufsicht für Langzeitbehandlung geeignet. Allopurinol ist nicht geeignet bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, und es können mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auftreten.

Welche Medikamente sind zur Behandlung von Phosphatsteinen geeignet?

Zur Unterstützung der Behandlung von Phosphatsteinen und als Prophylaxe gegen eine Neubildung von Phosphatsteinen werden meist Thiaziddiuretika wie Disalunil und Esidrix verschrieben. Die Medikamente, die in erster Linie als Diuretika entwickelt wurden zur Behandlung von Wasseransammlungen im Körper aufgrund von Herz-, Nieren- oder Leberinsuffizienz entwickelt wurden, führen zu einer Absenkung des Urin-pH und verhindern dadurch die Neubildung oder die Vergrößerung von Phosphatsteinen.

Unterstützende Medikamente zur Behandlung der Nierensteine

Kleinere Nierensteine können meist auf natürlichem Wege aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme und Lebens- oder Arzneimittel mit diuretischer Wirkung sind für eine Ausschwemmung förderlich. Medikamente wie Tamsulosin und Alfuzosin, sogenannte Alphablocker, bewirken eine Entspannung der glatten Muskulatur, die Harnröhre und Prostata umspannt. Die Medikamente unterstützen und erleichtern damit den Abgang kleinerer Nierensteine. Als Nebenwirkungen können in seltenen Fällen Schwindelgefühle, Herzrasen, und Magen-Darm-Beschwerden sowie Störungen der Ejakulation beim Mann auftreten. Alphablocker sollten bei vorliegender Insuffizienz der Nieren oder der Leber nicht genommen werden.


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