Bier gegen Nierensteine: Das ist dran an dem Mythos

Gegen Nierensteine soll viel getrunken werden. Vor allem warmes Bier soll bei der Ausschwemmung von schmerzhaftem Nierengrieß helfen. Doch welchen Effekt hat der Gerstensaft tatsächlich?

Warmes Bier: altes Hausmittel gegen Nierensteine

Bier – vor allem lauwarm und ohne Kohlensäure – gilt als altes Hausmittel gegen Nierensteine. Das Getränk wirkt diuretisch, also harntreibend und soll die Nieren gut durchspülen, wodurch die Nierensteine sich im besten Fall verkleinern und ausgeschwemmt werden. Außerdem enthalten Pils, Weißbier und Co. Reichlich Vitamine und Mineralstoffe, die kurzfristig zusätzlich Energie liefern. Einige Inhaltsstoffe haben außerdem eine entzündungshemmende Wirkung und senken zudem den Keratininwert – der Messfaktor für die Gesundheit der Niere. Patienten mit einer geschwächten Niere können den typischen Beschwerden durch ein Glas Bier pro Tag also durchaus vorbeugen.

Bier wirkt allerdings auch dehydrierend und kann den Körper austrocknen. Gerade bei größeren Mengen kann dies dazu führen, dass Nieren und Harnwege noch unflexibler werden und die Nierensteine sich festsetzen. Die Folge ist eine Verstärkung der Schmerzen und der Verhalt der Steine.
Ebenso wirken Pils, Weißbier und Co. in größeren Mengen abführend. Dies kann sich unter Umständen negativ auf Nierenleiden auswirken. Einen positiven Effekt hat das Getränken gegen Nierensteine allerdings.

Bier wirkt schmerzlindernd

Bier hilft gegen Nierensteine also nicht mehr als Mineralwasser oder harntreibender Blasentee. Der Gerstensaft kann das Nierenleiden unter Umständen sogar noch verstärken, wenn er in zu großen Mengen oder in Kombination mit anderen Alkoholsorten konsumiert wird. Auch die Wechselwirkung mit etwaigen Medikamenten muss berücksichtigt werden, da es andernfalls zu Nebenwirkungen kommen kann, die das ursprüngliche Nierenleiden verschlimmern.
Was allerdings stimmt: Bier wirkt gegen die Schmerzen und wärmt von Innen. Warmes Bier kann bei Nierensteine also durchaus gegen die typischen Beschwerden helfen – allerdings nur in geringen Mengen und wenn gleichzeitig genug Mineralwasser getrunken wird.

Nierensteine loswerden

Gegen Nierengrieß helfen Pils und Helles

Wer Nierensteine mit Bier behandeln möchte, greift am besten zu Pils oder Hellem. Auch alkoholfreie Biersorten helfen gegen Nierensteine, da die negativen Effekte des Alkohols gänzlich ausbleiben.
Im Gegensatz zu Weißbier und ähnlichen Biersorten wirken die genannten Sorten weniger dehydrierend und verursachen weniger schnell einen Kater. Besser geeignet sind gegen Nierensteine jedoch die klassischen Behandlungsmethoden und einige Hausmittel aus der Natur. Nur zur Vorbeugung ist warmes Bier unter Umständen geeignet, wie eine aktuelle Studie der Universität Helsinki zeigt.

Weizen und Pils als vorbeugendes Mittel gegen Nierensteine

Wie die Universität Helsinki nun in einer aktuellen Studie festgestellt hat, senkt ein halber Liter Bier pro Tag das Risiko von Nierensteinen um rund 40 Prozent. In Tschechien und Polen ist es deshalb bereits seit einigen Jahren möglich, Bier bei der Krankenkasse abschreiben zu lassen – natürlich nicht auf Dauer, denn wie die Studie festgestellt hat, zeigt das Kaltgetränk seine positiven Effekte vor allem in kleineren Dosen und als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung.
Auch dies zeigt: Bier kann kurzfristig und vor allem vorbeugend gegen Nierengrieß und anderen Nierenleiden helfen. Optimal ist der Gerstensaft als Heilmittel aufgrund der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht. Und bei starken Beschwerden sollten Nierensteine ohnehin immer medizinisch behandelt werden, damit es später nicht zu Komplikationen kommt.


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